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Bräuche



Wie andernorts üblich, werden auch bei uns Bräuche gepflegt.
Hier gibt es einen kleinen Einblick.

Fastnacht
Foaasnachtsnoarrn
wulln o woaas hoann,
wulln a Streefl Kuche hoann,
wulln a Stickl Speck,
murne is de Foaasnacht weg.

Ostern
Gunn Murgn zun Grinnduhrschtche!
Gatt mer woaas as Battlsäckl,
lußt mich ne zu lange stihn,
ich will a Häusl wetter gihn.



Zu beiden Anlässen ziehen die Kinder von Haus zu Haus und erhalten nach dem Spruch Süßigkeiten oder kleine Geschenke.

 

Kirmes
Wenn Kirmst wird senn,
wenn Kirmst wird senn,
do schlacht dr Voater ann Bock.
Do tanzt de Mutter,
do huppt dr Voater,
dr woacklt dr Mutter dr Rook.

Die Kirmst war und ist auch heute wieder ein Bestandteil heimatlicher Kultur. Sie ist eine Feier zur Kirchweih in Verbindung mit dem Erntedankfest in den Gemeinden der Oberlausitz. Erntekronen wurden geschaffen, ein Symbol für die gute Ernte im vergangenen Jahr. Die Natur zeigt sich in einem goldenen Glanz der herrlichen Laubfärbung. Alles trägt zu einer freudigen und geruhsamen Zufriedenheit bei und wird mit vielen leiblichen Genüssen, bei Freude und Tanz gefeiert.
(Aus: Oberlausitzer Journal, 13. Jahrgang, Dezember 2003)
Zu Lichtn gihn
"Ich wellt amol zu Lichtn gihn
und mir verhooste Wodcht oaaziehn!
Ock wu krig'ch anne Loarve har?"
kloit unser Feuerriepl Schwar.

"Oan bestn, du setzt goar nischt uf",
soit Seffmlablts Dieter druf.
"Du tust diech woaschn, ib de gist,
und do weeß kenner, war de bist!"

(Aus: Hand Klecker, Vu jedn Durfe a Hund)

 

 

 

Fast jährlich findet man in der Presse eine Art "Gebrauchsanweisung", wenn die Zeit des Lichten gehens - vom 11.11. bis zum Fasching - angebrochen ist. Aber es werden auch Hintergrundinformationen zum Ursprung dieses Brauches gegeben.
   
Er kommt aus der Zeit als, um Licht zu sparen, gemeinsam gestrickt oder gesponnen wurde und man sich dabei Geschichten erzählte. Es gab noch kein elektrisches Licht und so waren die Winterabende lang und dunkel. Kienspäne wurden angezündet, die allerdings nur ein notdürftiges Licht spendeten. Wachs- und Talglichter sowie Öl waren damals nicht für alle erschwinglich. So taten sich Nachbarn zusammen, um im eigenen Haus Licht zu sparen. Sie gingen immer zu jemand anderem, bis man selbst wieder an der Reihe war. Bei diesen Treffen wurde der Flachs fertig gesponnen, den das Gesinde vom Bauern neben Lohn und Essen als Debutat erhielt. Reichere Weber stellten eine Kerze ins Fenster und zeigten damit, dass es ihnen gut ging. Die anderen gingen dann "zum Licht". Um nicht gleich feststellen zu können, wenn jemand öfter hinging, verkleidete man sich.
Mit der Erfindung anderer Lichtquellen verlor das "Lichten" in seiner ursprünglichen Funktion seine Bedeutung. Heute dient der Brauch der Geselligkeit.

 

 

 

Wie läuft das alles nun ab??
Die "Lichtengänger" schicken eine Benachrichtigung an ihre Gastgeber, in der sie ihr Kommen ankündigen. Dies geschieht ohne Absender, denn die anonymen Besucher müssen erraten werden. Die Lichtengänger erscheinen zu diesem Zweck in den tollsten Verkleidungen. Dem Einfallsreichtum sind dabei keine Grenzen gesetzt. Sie sind bestrebt nicht sofort erkannt zu werden und beziehen deshalb ihre gesamte Gestik ein. Das heißt auch, der Abend beginnt schweigend.
Der Gastgeber bedient die Verkleideten und versucht mit seinen Mitteln die Besucher schnellstmöglich zu enttarnen. Seine Vorbereitungen bestehen deshalb vorrangig aus heißen Getränken und einer gut geheizten Stube. Den Gästen soll schnell warm werden, damit sie freiwillig ihre Verkleidung ablegen.

Früher traf man sich aus Zuneigung und Freundschaft. Von Verkleidung und Raten war keine Rede. Heute wird die Selbsteinladung mit dem Wunsch nach Geselligkeit verbunden. Wer geht schon zu jemanden, den man nicht mag? Der Brauch zeugt also auch von Freundschaft und menschlicher Nähe.
Wenn zu später Stunde die längst erratenen Gäste mit ihren Gastgebern in Erzählungen und Erinnerungen ein Gefühl des Gemeinsamkeit spüren, ist vielleicht der ursprüngliche Zweck der Stuben-Geselligkeit auch heute noch lebendig.

 

 

 

Möchten Sie noch mehr erfahren??
Ist noch etwas Zeit?
Dann viel Spaß mit den Geschichten aus eigenem Erleben.
Bericht (1) Bericht (2)
Das Fest der Vogelhochzeit, das sich auf eine sorbische Tiersage bezieht, wird am 25. Januar begangen.

Bereits im 16. Jahrhundert wurde die Vogelhochzeit gefeiert. Der Sage nach haben sich am 25. Januar Elster und Rabe unter Beteiligung eines großen Gefolges von Vögeln vermählt. Im 19 Jahrhundert breitete sich das Fest auf deutschsprachige Dörfer aus. Die germanischen und slawischen Vorfahren glaubten, dass nach dem Tode die Seele eines Menschen in den Körper eines Vogels schlüpft. Dieser Sinngehalt des Volksglaubens ist im Laufe der Jahre allmählich verloren gegangen.

Heute stellen die Kinder am Abend vorher einen Teller aufs Fenster und finden am Morgen Süßes vor. Die Bäcker haben sich darauf mit speziellen Backwaren eingestellt. Nester und Vögel aus süßem Teig und Schmätzelteig sind im Angebot.
In den Kindereinrichtungen wird dieser Tag kostümiert begangen und der Inhalt des nachfolgenden Liedes gespielt. Als erwählte Braut oder Bräutigam sind die Kleinen ganz besonders stolz. Die Kinder verbinden die Naschereien des Tages mit einem Dankeschön der Vögel für die Fütterung in den kalten Wintermonaten.

 

 

 

Lied
Das Lied von der Vogelhochzeit ist allgemein bekannt. In unserer Region wird damit der erwähnte Brauch verbunden.

Den Text der einzelnen Strophen sowie die Erklärung habe ich dem Buch "Deutsche Volkslieder" Singstimme und Gitarre vom Verlag NEUE MUSIK BERLIN entnommen.


Ein Vogel wollte Hochzeit machen in dem grünen Walde.
Fidirallala, fidirallala, fidirallalalala.
Dei Drossel war der Bräutigam, die Amsel war die Braute.
Fidirallala ...
Die Lerche, die Lerche, die führt die Braut zur Kerche.
Fidirallala ...
Der Auerhahn, der Auerhahn, derselbig war der Kappellan.
Fidirallala ...
Die Meise, die Meise, die sang das Kyrieleise.
Fidirallala ...
Die Gänse und die Anten, das war'n die Musikanten.
Fidirallala ...
Der Pfau mit seinem bunten Schwanz macht mit der Braut den ersten Tanz.
Fidirallala ...
Der Kibitz, der Kibitz, der macht dabei den schönsten Witz.
Fidirallala ...
Der Seidenschwanz, der Seidenschwanz, der sang das Lied vom Jungfernkranz.
Fidirallala ...
Die Puten, die Puten, die machten breite Schnuten.
Fidirallala ...
Brautmutter war die Eule, nahm Abschied mit Geheule.
Fidirallala ...
Das Finkelein, das Finkelein, das führt das Paar zur Kamm'r hinein.
Fidirallala ...
Der Uhu, der Uhu, der macht die Fensterladen zu.
Fidirallala ...
Der lange Specht, der lange Specht, der macht der Braut das Bett zurecht.
Fidirallala ...
Die Fledermaus, die Fledermaus, die zieht der Braut die Strümpfe aus.
Fidirallala ...
Frau Kratzefuß, Frau Kratzefuß gibt allen einen Abschiedskuss.
Fidirallala ...
Der Hahn, der krähet : "Gute Nacht!" Nun wird die Kammer zugemacht.
Fidirallala ...
Wort und Weise:
Volkslied, seine Wurzeln reichen bis zum Jahr 1530 zurück. In der Lautentabulatur Hainhofers (1604) ist es mit 40 Strophen enthalten. Die vorliegende Fassung stammt aus der Gegend von Bunzlau und Hainau.
Ich kenne u. a. noch den Abschluss:
Nun ist die Vogelhochzeit aus und alle geh'n vergnügt nach Haus'.
Fidirallala ...


 
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