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Rechtschreibung


 
Für das Deutsche gab es im Mittelalter keine einheitliche Rechtschreibung. Trotz der raschen Verbreitung des Buchdruckes in der Neuzeit wurde eine übergreifende Regelung von behördlicher Seite nicht erreicht.
Hannover stellte 1855 als erstes Land Regeln für die Schulorthografie auf. 1871 ging der entscheidende Anstoss zu einer Normierung von den Reichsgründern aus. Der Gymnasialdirektor Konrad Duden begann mit den Arbeiten an seinem Standardwerk, nachdem sich die deutschen Länder nicht einigen konnten.
Der Duden ist erstmals am 7. Juli 1880 im Leipzige Bibliographischen Institut unter dem Titel "Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache" erschienen und umfasste ca. 27.000 Wörter auf 187 Seiten. Herausgeber war Konrad Duden. Bis 1900 wurde das Buch kontinuierlich bearbeitet und erweitert.
Es bildete in seiner 6. Auflage die Grundlage für die Rechtschreibkonferenz 1901 und umfasste bereits 384 Seiten. Durch Konrad Duden wurden das "Orthographische Wörterbuch" an die Beschlüsse der Konferenz angepasst.
1903 entstand die "Rechtschreibung für die Buchdrucker deutscher Sprache". Dieser "Buchdruckerduden" verschmolz mit der 9. Auflage des "Orthografischen Wörterbuches".
Als Folge der Teilung Deutschlands gab es eine Leipziger Ausgabe und eine Mannheimer Ausgabe.
Am 26. August 1991 erschien mit der 20. Auflage der erste gesamtdeutsche Duden.
Im November 1994 verabschiedeten die deutschsprachigen Länder ein neues orthographisches Regelwerk. Im August 1996 lag mit der 21. Auflage des Duden die reformierte deutsche Rechtschreibung vor.
Am 1. August 1998 traten die Regelungen für die neue Rechtschreibung in Kraft. In den Schulen werden sie seit dem Schuljahr 1996/1997 gelehrt.
Die 12 regelmäßig aktualisierten Bände des Duden sind:
  • Band 1     "Duden"
  • Band 2     "Stilwörterbuch"
  • Band 3     "Bildwörterbuch"
  • Band 4     "Grammatik"
  • Band 5     "Fremdwörterbuch"
  • Band 6     "Aussprachewörterbuch"
  • Band 7     "Herkunftswörterbuch"
  • Band 8     "Sinn- und sachverwandte Wörter"
  • Band 9     "Richtiges und gutes Deutsch"
  • Band 10   "Bedeutungswörterbuch"
  • Band 11   "Redewendungen und sprichwörtliche Redensarten"
  • Band 12   "Zitate und Aussprüche"
 
Konrad Duden
 
03.01.1829 Geboren auf dem Gut Bossigt bei Wesel als Sohn des Gutsbesitzers und Branntweinbrenners Johann Konrad Duden und dessen Frau Julia (geb. Monjé)
1846 Nach dem Abitur Studium der klassischen Philologie, Germanistik und Geschichte in Bonn und Frankfurt.
1848 Übersiedlung nach Frankfurt/Main / Tätigkeit als Hauslehrer
1854 Stelle als Hausleher in Genua nach Abbruch der Referendarszeit in Soest. Er lernt in Messina Adelinde Jakob - die Tochter des deutschen Konsuls - kennen.
1859 Rückkehr nach Deutschland
1859 - 1869 Lehrer an einem Soester Gymnasium und Prorektor
1861 Heirat mit Adele Jacob in Messina. Aus der Ehe gehen sechs Kinder hervor.
1869 - 1876 Gymnasialdirektor in Schleiz (Thüringen)
1871 erste Zusammenstellung von Regeln zur Rechtschreibung
1872 Veröffentlichung der Abhandlung "Die deutsche Rechtschreibung. Abhandlungen, Regeln und Wörterverzeichnis mit etymologischen Angaben".
1876 Konferenz zur "Herstellung größerer Einigung in der deutschen Rechtschreibung" scheitert am Einspruch des Reichskanzlers Otto von Bismarck (1815-1898).
1876 - 1905 Leiter des Gymnasiums in Bad Hersfeld (Klosterschule)
1880 Das "Vollständige orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache", sein Hauptwerk, erscheint. Duden schafft dadurch die Basis für eine einheitliche deutsche Rechtschreibung.
1901 Auf der staatlich einberufenen Rechtschreibkonferenz in Berlin beschließen Vertreter der deutschen Bundesstaaten und Österreich-Ungarns eine einheitliche deutsche Rechtschreibung auf der Grundlage des Wörterbuches von Duden.
1902 Dudens "Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis" werden für alle deutschen Bundesländer per Bundesratsbeschluss als verbindlich erklärt. Österreich und die Schweiz schließen sich an.
1905 Ruhestand in Sonnenberg bei Wiesbaden
01.08.1911 Konrad Duden stirbt in Sonnenberg
 
GAR NICHT ... schreibt man gar nicht zusammen
wer NÄMLICH mit "h" schreibt ... ist dämlich
nach "L", "M", "N", "R",
das merk dir ja
... steht nie "tz" und nie "ck"
trenne nie "st" ... denn es tut (tat) ihm weh
(Laut neuer Rechtschreibung ist eine Trennung von "st" möglich.)
 
Bertolt Brecht
  Vorname ohne "h" / am Ende mit "t"
1898 - 1956
moderner Klassiker
Johann Wolfgang von Goethe
  Vorname "nn"
  Familienname "oe"
1749 - 1832
Dichter
("von" wurde ihm 1782 verliehen)
Gerhart Hauptmann
  Vorname "t"
1862 - 1946
deutscher Schriftsteller
Alexander von Humboldt
  Familienname "dt"
1769 - 1859
Naturforscher und Geograph
Franz Liszt
  Familienname "sz"
1811 - 1886
Komponist
Marilyn Monroe
  Vorname erst "i" dann "y"
1926 - 1962
US-amerikanische Schauspielerin
Friedrich List
(im Unterschied zum Komponisten Liszt)
1789 - 1846
Volkswirt
Johann Heinrich Pestalozzi
  Familienname "zz"
1746 - 1827
Pädagoge und Sozialreformer
Freiherr vom Stein
  vo"m"
1757 - 1831
Reformpolitiker


 
Die Nachschlage- werke des Duden umfassen insge- samt zwölf regel- mäßig aktualisierte Bände.
 
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